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Vor langer Zeit
Rekumer Mühle

 

Die unter Denkmalschutz stehende Mühle dient nunmehr keinem praktischen Zweck, sondern wurde einige Zeit zu einem Dokumentationszentrum ausgestaltet. Heute steht die Mühle für diese Zwecke leider nicht mehr zur Verfügung. Sie dient zurzeit nur als Denkmal das man von Weitem besichtigen kann

 

 

 

 

 

Rekumer Mühle

Die Rekumer Mühle, das Wahrzeichen unseres Ortsteils, hat eine mehr als hundertjährige Vergangenheit. In der Gemeindeausschuss-Sitzung vom 6. März 1873, die der Gemeindevorsteher D. Haesloop leitete, wurde beschlossen, dass der Vollhöfner D. Bischoff seine zu erbauende Windmühle etwa 200 Fuß von dem von Rekum nach Vorbruch führenden Feldweg errichten darf. Nach zweijähriger Arbeit war das Werk vollendet, so dass diese nach holländischem Muster erbaute Mühle (ein so genannter Erdholländer) im Jahr 1875 in Betrieb genommen werden konnte.,

Man erkannte bald, dass es vorteilhafter wäre, die Mühle unter sachkundige Leitung eines Müllers zu stellen. Der Müller H.C. Balke, der bislang Pächter der Wassermühle auf der Göspe gewesen war, interessierte sich für das Anwesen und erwarb es dann für 20 000 Goldmark.

Ursprünglich war der Mühlenkopf mit einem "Sterz" versehen, eine Vorrichtung, mittels der der Kopf manuell so gedreht werden kann, dass die Flügel, die damals noch mit Segeltuch bespannt waren, beim Mahlen in Windrichtung stehen. 1925 wurde dann eine Windrose aufgebaut, die den Kopf automatisch in Windrichtung drehte, und die Flügel wurden mit Metall-Jalousien ausgerüstet. Die Mühle entwickelte eine Stärke bis zu 100 PS.

Die gewaltigen Flügel drehten sich jahrein, jahraus, und die Mühle mit ihren drei Mahlgängen - zwei Schrotgänge und ein Gang zur Herstellung von feinem Mehl - mahlte das Korn zu dem für uns so nötigen Mehl bis zum Jahre 1962. Der größte der sechs Mahlsteine hat einen Durchmesser von 1,80 Metern und ein Gewicht von fast drei Tonnen.

Am 16. Februar 1962 packte eine Sturmböe am Spätnachmittag den Kopf der Mühle mit dem 20 Meter Durchmesser betragenden Flügelkreuz samt der Windrose und stürzte das Haupt der Mühle in die Tiefe. Der Müllermeister Hermann Freye, ein Nachkomme Balkes, stand besorgt vor den Trümmern.

Nach der Katastrophe wurde die Mühle provisorisch überdacht, um sie vor dem gänzlichen Verfall zu schützen, und in den späteren Jahren wurde sie dann mit einem Kostenaufwand von etwa 50 000 DM wieder aufgebaut, wobei der Senat der Stadt Bremen die Bereitstellung der Mittel bewilligte. Das "Kuratorium Rekumer Mühle" leistete Hilfe beim Wiederaufbau. Kopf und Flügel wurden wieder so gebaut, wie sie ursprünglich (1875) waren.

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Wir veröffentlichen hier ein Interview der Norddeutschen mit Rita Freye. Einige Exponate in der Mühle, die erwähnt wurden, gehören dem Heimatverein Farge-Rekum. Auch einige andere Angaben bedürfen der Richtigstellung.