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Die außerordentliche Mitgliederversammlung am 10. März 2019

Einziger Tagesordnungspunkt: Abstimmung zum Antrag von Herrn E. A. Chantelau

Rosi Dietrich eröffnet die Sitzung um 15:00 Uhr und begrüßt die 45 Anwesenden im Kahnschifferhaus.

Sie weist darauf hin, dass nur Punkt 7 der Jahreshauptversammlung vom 17.02.2019 (Antrag von Herrn Chantelau)  zum Abschluss gebracht werden soll und verliest den Antrag von Herrn E.A. Chantelau.

Die Jahreshauptversammlung möge beschließen, dass der Heimatverein Farge-Rekum e.V. sich zukünftig mit einer Abordnung an der jährlichen Gedenkveranstaltung für die Nazi-Opfer in Farge am 27. Januar beteiligt“

Nach kurzer Diskusssion, bei der im Wesentlichen nochmals darauf hingewiesen wurde, dass Vereinsmitglieder bereits freiwillig an der jährlichen Gedenkveranstaltung teilnehmen, kam es zur Abstimmung.

Der Antrag von Herrn Chantelau wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

Nach dieser Abstimmung kommt es erneut zu einer kontroversen Diskussion über den Ehrenvorsitzenden Johannes Trüper wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP.

Frau Gerda Trüper empfiehlt den Versuch einer Aufarbeitung durch ihren Sohn Henning Trüper (Urenkel des Johannes Trüper). Diese Arbeit soll durch das Archiv des Heimatvereins begleitet werden.

Dieser Vorschlag wird von den  Anwesenden einstimmig angenommen.

Die außerordentliche Mitgliederversammlung wurde dann um 16:15 Uhr formal beendet und die Anwesenden konnten sich an Kaffee und selbstgebackenen Kuchen erfreuen.

Jahreshauptversammlung am 17. Februar 2019 im Fährhaus Farge

Die diesjährige Versammlung musste leider verschoben werden, da die erste Einladung zur Jahreshauptversammlung am 27.01.2019  leider um 2 Tage zu spät in der Tagespresse erschienen war.  Der Termin im Januar wäre deshalb nicht satzungsgemäß  gewesen und so entschied der Vorstand, einen neuen Termin für die Jahreshauptversammlung zu wählen. Die neue Einladung erschien dann satzungsgemäß 14 Tage vor der diesjährigen Jahreshauptversammlung am 17. Februar 2019. Der Ort der Versammlung war das Fährhaus Farge.

Hier fanden sich dann 67 Mitglieder im sogenannten Wintergarten ein, um bei Kaffee und Kuchen dem Bericht des Vorstands zu folgen. Nach der Eröffnung und Begrüßung durch die Vorstandsvorsitzende Rosemarie Dietrich wurde die Tagesordung der Versammlung durch die anwesenden Mitglieder genehmigt.

Es folgte eine Verlesung der im Jahre 2018 verstorbenen Mitglieder des Verseins (10 Personen) sowie eine Gedenkminute.

Im Jahresbericht ließ Rosemarie Dietrich, die nun seit einem Jahr als 1. Vorsitzende dem Verein vorsteht, nochmals die von ihr und dem Vorstand mit viel Freude und Engagement initierten Veranstaltungen Revue passieren. Die Mitglieder haben sich bei den vielfälltigen Events (siehe Veranstaltungen 2018) sichtlich wohl gefühlt und unterstützten diese Vereinsarbeit durch zahlreiches Erscheinen.

Der dann folgende Kassenbericht  von Jörg Behrends (1. Kassenwart) gab einen detailierten Überblick über die Einnahmen und Ausgaben sowie einen Bestandsvergleich zum Vorjahr. Ein positives Gesamtergebnis konnte demnach erwirtschaftet werden. Der 1. Kassenprüfer  (Rolf Eickhoff) bestätigte die vorgetragenen Zahlen des 1. Kassenwarts und empfahl die Entlastung der Kasse und des Vorstandes. Die anwesenden Mitglieder bestätigten die Entlastung durch Handzeichen (einstimmig, keine Enthaltungen). 

Desweiteren wurde noch ein neuer 2. Kassenprüfer gewählt, da Angelika Fröhlich turnusgemäß ausschied. Zur Wahl stellte sich Arnd Wessels, der dann auch einstimmig von den Anwesenden gewählt wurde.

Als emotional sehr aufgeladen erwies sich dann der Tagesordungspunkt 7 mit den Anträgen von Vereinsmitgliedern. Es lag ein Antrag zur Abstimmung von Herrn Chantelau vor:

"Die Jahreshauptversammlung möge beschließen, dass der Heimatverein Farge-Rekum e.V. sich zukünftig mit einer Abordnung an der jährlichen Gedenkveranstaltung für die Nazi-Opfer in Farge am 27. Januar beteiligt. Begründung folgt mündlich auf der Versammlung." 

Nach dem Verlesen des Antrags begründete der Vorstand (Rosemarie Dietrich), warum der Verein diesem Anliegen von Herrn Chantelau nicht folgen würde. Frau Dietrich machte klar, dass seit 1996 die Mitglieder des Heimatvereines am 27. Januar, dem Holocaust-Gedenktag, an den Gedenkfeiern freiwillig teilnehmen. Weiter verwies sie darauf, dass 1992 der damalige Vorsitzende Gerhard Scharnhorst im Rahmen der Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag dafür gesorgt habe, dass auch ein Gesteck für die Opfer des Nationalsozialismus  am Bunker Mahnmal niedergelegt werde. Dem Vorwurf, sich nicht mit der Farger NS-Vergangenheit auseinandergesetzt zu haben, widersprach die Vorsitzende vehement. Herr Chantelau hatte dies in der Tagespresse (Die Norddeutsche, 29.Januar 2019) in einem Artikel zur Aufarbeitung des NS Vergangenheit in Farge, behauptet. Sie machte klar, dass Vereinsmitglieder schon 1998 an einem Runden Tisch teilnahmen, um den „Geschichtslehrpfad Lagerstraße“ zu entwickeln. Die Austellung, die zusammengetragen wurde, steht aktuell als Dauerausstellung des Vereins „Dokumentations- und Gedenkstätte Geschichtslehrpfad Lagerstraße/U-Boot-Bunker Valentin“ in der Baracke 27. Eine ausführliche Stellungnahme des Heimtvereins zu den Ausführungen von Herrn Chantelau im Pressartikel ist unter Aktuelles - Stellungnahme des Heimatvereins - zu finden.  Aufgrund der von Rosemarie Dietrich dargelegten Fakten zur Aufarbeitung der Farger NS Geschichte forderte sie Herrn Chantelau auf, seine Anschuldigungen zurückzunehmen und sich öffentlich zu entschuldigen. Sie erteilte ihm das Wort zu einer Stellungnahme.

Herr Chantelau reagierte empört auf die Ausführungen der Vorsitzenden und bezeichnete diese als "total verlogen". Er sei darauf nicht vorbereitet gewesen. Aufgebracht wies er die Anwesenden noch darauf hin, dass der Verein als  Ehrenvorsitzenden Johann Dietrich Trüper, einen Mann mit NSDAP-Vergangenheit, in der Vereinsgeschichte ausweist und weiterhin bestehen läßt. Nach diesem Hinweis erklärte er seinen sofortigen Austritt und verließ den Versammlungsort.

Es kam daraufhin zu einer sehr emotionalen Diskussion zwischen den anwesenden Mitgliedern des Vereins über die Ereignisse und eine formale Abstimmung über den Antrag von Herrn Chantelau fand leider nicht mehr statt. Dies muss jetzt in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung nachgeholt werden. Der neue Termin soll entsprechend der Satzung 14 Tage vor der Versammlung bekanntgegeben werden.

Die Norddeutsche berichtete am 20.Februar im Artikel- Kein Frieden in Farge - über die Jahreshauptversammlung des Verein.

Ehrung der Jubilare

Auch in diesem Jahr konnten wieder langjährige Vereinsmitglieder geehrt werden.

25 jähriges Jubiläum: Wulf Böcker, Rainer Christochowitz, Inge Krause, Karin Mertens-Kunz

40 jähriges Jubiläum: Günther Ohmstedt

50 jähriges Jubiläum: Erika Malcherek, Inge Zientek und Hans-Martin Zientek

Rosemarie Dietrich dankte allen Jubilaren für ihre Treue und für ihr Engagement im Verein mit einer Urkunde sowie einer Blume (für die Damen) oder einer Flasche Wein (für die Herren).