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Rückbau der Ölumschlaganlage des Tanklagers Farge

Bereits im Sommer 2016 hatte man damit begonnen, die ehemalige Ölumschlaganlage in Rekum an der Weser zurückzubauen.
Die Nachbarn und Spaziergänger konnten den Fortgang auf der Baustelle vom Deich aus gut beobachten.
Am Anfang des Rückbaus gab es in Farge-Rekum viele Gerüchte, was da im Einzelnen auf der Baustelle passierte, aber niemand wusste etwas Genaues.

Im Weser-Kurier konnte man dann erstmalig im Juli 2019 etwas über technische Details zum Rückbau der Anlage lesen. Hier wurden Informationen zu den erforderlichen Erdverdichtungen, Betonfräsarbeiten und aufwändigen Grundwassersanierungen veröffentlicht.

Unser Vereinsmitglied und Fotograf, Volkmar Wrobel, hat den Fortgang des Rückbaus mit seinem Fotoapparat dokumentiert.

Diese Dokumentation beginnt mit dem Abbau und dem Abtransport der Entladeeinrichtungen und der beiden Rohrbrücken mittels eines großen Schwimmkrans. Warum beide Brücken abgebaut worden sind, war den Anwohnern und auch den Mitgliedern des Heimatvereins nicht klar, denn es war doch angedacht, dort eine öffentliche Anlegestelle zu schaffen, die beispielsweise von Besuchern des Denkorts Bunker Valentin genutzt werden könnte. Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen hatte im Jahr 2015 tatsächlich Interesse an einer der Löschbrücken der Hafenanlage gezeigt. Auch das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bremen hatte Zustimmung signalisiert. Die Gespräche über die Grundlagen des Verkaufs sind dann allerdings zwischen der für Bundeswehrliegenschaften zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) und dem Senator ergebnislos beendet worden. Daraufhin mussten beide Hafenbrücken abgebaut werden.

Im Herbst 2018 gingen die Arbeiten mit den oberirdischen Abbrucharbeiten der Pump- und der Verteilerstationen weiter. Im Januar 2019 wurden dann die Dalben und die Poller entfernt. In den folgenden Monaten wurden zahlreiche „Big Bags“ mit Sand gefüllt und zur Weserseite hin als Hochwasserschutz aufgereiht.

Im März bekamen die umliegenden Anwohner Besuch von einem Gutachter. Er untersuchte die Häuser, die in unmittelbarer Nähe zur Baustelle stehen, auf Schäden. Diese Beweissicherung war als notwendig erachtet worden, für den Fall, dass durch die Bauarbeiten am Anleger, Schäden verursacht worden sind. Auch in unserem Kahnschifferhaus wurden alle zu diesem Zeitpunkt sichtbaren Risse genauestens dokumentiert. Etwas erstaunt war der Gutachter allerdings darüber, dass diese Dokumentation erst stattfand nachdem die Arbeiten schon längst begonnen hatten.

Auch den Aufbau von zwei schwarzen Türmen im April 2019, den sogenannten „Stripptürmen“, hat Volkmar Wrobel dokumentiert. Diese Anlage entzog dem verunreinigten Grundwasser die Schadstoffe, bevor es dann in die Weser geleitet wurde. Zwei weitere Filter wurden dann noch im September aufgebaut.
Im Mai hatte man dann damit begonnen, die unterirdischen Gebäudeteile abzubrechen. Außerdem wurden kontaminierte Böden ausgehoben und der Bodenaushub wurde auf großen Folien zwischengelagert. Die ausgehobenen Gruben wurden mit Unmengen von Sand verfüllt.

Gegen die in den Sommermonaten auftretende Staubbelastung auf der Baustelle kam eine Schneekanone zum Einsatz, die mit ihrem Wassersprühnebel den Staub binden sollte.

Um den Deich vor dem Abrutschen zu schützen, wurde für den Erdaushub und die Neuverfüllung nahe am Deich mit großen Drehbohrgeräten gearbeitet.
Die wesentlichen Rückbauarbeiten dauerten bis zum Frühjahr 2020.

Das letzte Foto zeigt das Areal nach Abschluss der Arbeiten im Oktober 2020. „Eine renaturierte Fläche - sauber und sicher“, so die Sprecherin der zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) im Juli 2019 geht damit  in das Eigentum der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung über.

Text: Jörg Bolz (HVFR),  Quelle: Weser-Kurier Julia Ladebeck, 30.07.2019

Fotos: Volkmar Wrobel (HVFR)